Über uns

Alles begann 1960 mit einem kleinen Paddelboot an einem Kanal mitten in Ostfriesland: Jürgen von der Segelschule war damals sieben Jahre alt und weder Boote noch Wasser haben ihn je wieder losgelassen. Die Boote und die Reisen der Familie wurde umso größer, je mehr er in die Höhe wuchs und als er das letzte Familienschiff, die „Rasmus“ verkaufte, wurde 1978 die Segelschule – ganz nebenbei – gegründet…

Einerseits ging es zunächst mal ums Studium. „Wie lässt sich Kindern das Segeln vermitteln“ hieß ein Arbeitsauftrag im Fachbereich Sport an der Uni und die dort theoretisch entwickelten und didaktisch aufbereiteten Formulierungen wurden am nahe gelegenen See sofort erprobt.
Andererseits ging es natürlich auch darum, die Finanzen fürs Studium aufzubessern, was dadurch möglich wurde, weil die damals neu eingeführten „Sportbootführerscheine See und Binnen“ einen Unterrichtskurs voraussetzten und es kaum Referenten und/oder Schulen dafür gab.

In dieser Zeit der Uni traf dann Segler Jürgen Kapitän Horst. Er studierte ebenfalls fürs Lehramt in Oldenburg – ein berufliches Standbein an Land. Aus dieser Begegnung entwickelte sich dann nach dem Studium zunächst auf Baltrum und Norderney die Wassersportschule Kapitän Kruse & Co. Mit der gaffelgetakelten Ketsch „Swantje von Emden“ ging’s im Winterhalbjahr mit Gästen und Schülern auf große Fahrt: zu den Kanaren, in die Karibik, nach New York, Kanada, Großbritannien, Schweden, Norwegen, Polen…und im Sommer auf die Inseln.

Die erste Saison verbrachten wir 1982 am Ende des Mittelsteges im Norderneyer Yachthafen. Eine „Cornish Crabber“, die einem Freund gehörte,( Danke HaGe )war das Büro und auch die Kombüse für die Crew, die beiden Ausbildungsboote (schon immer die Dufour T6) brauchten wir abends als Schlafplätze. Kinder konnten in einer der beiden „Krabben“ (ein Eigenbau eines Tüftlers) segeln lernen und kreuzten dafür munter im Hafenbecken…

Danach kam die „Pretty Belinda“ kurz „Hausboot“ genannt. Das war eine als Wohnschiff umgebaute Schute und kam als Stützpunkt für den stetig wachsenden Segelbetrieb zum Einsatz. Fast zehn Jahre lang lag sie am Ende des Yachthafens und diente als Steg, als Treffpunkt, als Wohnschiff und als Forum endloser und vor allem nächtlicher Fachsimpeleien, Döntjes und Seemannsgarn…

Mit den neuen Familienmitgliedern Janna und Menso wurde die Crew um den Faktor Kinder erweitert. Auch unser Kundenstamm wuchs und unser Hausboot platzte aus allen

Nähten – vor allem die Schweißnähte ließen einen steten Strom Hafenwasser ins Schiff. Der wachsende Strom der Segelschüler erforderte eine entsprechend wachsende Anzahl von Segellehrern. Im Herbst 1991 fanden wir ein altes Fahrgastschiff , die „Deutsch-Sowjetische-Freundschaft ( siehe auch: Geschichte der MS Freundschaft ), die in Stralsund zum Verkauf stand und wir kauften es.
Es ist Baujahr 1895 und fuhr die letzten Dienstjahre als Fahrgastschiff zwischen Hiddensee und Stralsund mit 400 Passagieren!

Im Winter 91/92 haben wir umgebaut. Der obere Fahrgastraum wurde zur Messe mit großer Kombüse für bis zu 30 Gäste. Der untere Fahrgastraum verwandelte sich in neun Kammern mit je zwei Kojen, die Herrentoiletten wurden zu Duschen umgebaut, der Würstchenverkaufskiosk wurde zum Lagerraum, kurz „Aldi“ genannt und der kleine Fahrgastraum vorn ist inzwischen zum Seminarraum avanciert. Zur Segelsaison 1992 präsentierte sich die „Freundschaft“ mit dem neuen Angebot „Vollpension“ zunächst noch auf dem alten Liegeplatz…
1992 trennten sich Jürgen und Horst organisatorisch: Horst übernahm die SY Swantje und den Bereich große Törns und Jürgen übernahm die Segelschule auf Norderney die dann endgültig zur „Treffpunkt-Segelschule Norderney“ wurde…

Ab 1993 lag nun die MS „Freundschaft“ von Mai bis Oktober am vorderen Ende des Norderneyer Yachthafen.
Von hier starteten alle Ausbildungsfahrten und Segeltörns. Hier fand der Theorieunterricht statt und hier konnten sich unsere Schüler zum Wohnen und Essen ein buchen. In der Vor und Nachsaison lebten vier Segellehrer und Segellehrerinnen, eine Köchin und ein paar Gäste an Bord, in der Hauptsaison bestand die Crew aus bis zu zwölf Mitgliedern und über zwanzig Gästen.

Inzwischen haben wir das Jahr 2015 und durchs Norderneyer Watt ist viel Wasser geflossen. Reichlich große und kleine Menschen haben bei uns an Bord gelebt, gelernt, gelacht: fühlten sich zuhause.
Die MS „Freundschaft“ ist in diesem Jahr 120 Jahre im Dienst gewesen und Jürgen immerhin 35 Jahre. Zeit für Veränderungen. Wir trennten uns schweren Herzens von der MS „Freundschaft“ und mit einem weinenden jedoch auch mit einem lachenden Auge vom Norderneyer Teil unserer Firma.
Im Sommer geht es nun ganz privat mit unserem Segelboot „RASMUS“ auf Törns mit open end und der Winter ist dem Unterricht beim „TREFFPUNKT SEGELSCHULE“ vorbehalten.